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366 Mehrkostenanmeldungen seit dem letzten Nachtrag

Elbphilharmonie: weiter keine Kostensicherheit?

Hamburg, 23.07.2010. Beim Prestigeprojekt Hamburger Elbphilharmonie ist offenbar nach wie vor keine Kostensicherheit gewährleistet. Medienberichten zufolge hat der Bauherr Hochtief seit dem vierten Nachtrag im Herbst 2008 weitere 121 Baubehinderungsanzeigen und 366 Mehrkostenanmeldungen zur Geltung gebracht. Der letzte Nachtrag 2008 hatte bei 295 Änderungsmeldungen eine Mehrkostenbewilligung von 139 Millionen Euro nach sich gezogen. Nach Ansicht der Hamburger SPD-Obfrau Martina Koeppen sei die aktuelle Situation der im Herbst 2008 ähnlich. So trete nun immer deutlicher hervor, dass es eine Fehlentscheidung gewesen sei, beim vierten Nachtrag ohne vertraglich vorgesehenes Schiedsgutachten mit Hochtief übereinzukommen. Der letzte Nachtrag sollte Aussagen des Hamburger Senats zufolge den Status einer Generalbereinigung haben.

Erst in der vergangenen Woche ist auf der Baustelle der Elbphilharmonie ein 44-jähriger Arbeiter tödlich verunglückt (klassik.com berichtete). Als der aus Brandenburg stammende Arbeiter über ein Flächengerüst im zehnten Stockwerk lief, lösten sich unter dem Mann mehrere Holzbohlen, so dass dieser in die Tiefe stürzte. Der Verunglückte starb noch an der Unfallstelle. Das Amt für Arbeitsschutz sowie das Landeskriminalamt wollen nun für eine Klärung des Vorfalls sorgen. Ebenfalls erklärten Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust und Kultursenatorin Karin von Welck ihren Rücktritt. Beide hatten in der Vergangenheit zunehmend in der Kritik gestanden.

Ein von der Hamburger Bürgerschaft eingesetzter Ausschuss soll die mit dem Bau des Prestige-Projektes verbundene Kostenexplosion untersuchen und die politische Verantwortung für die Fehlentwicklungen klären. Zusätzlich überprüfen möchte man die Verlagerung der Zuständigkeiten zwischen Senatskanzlei, Bau- und Kulturbehörden.

Auch wenn die Elbphilharmonie mittlerweile ihr Richtfest feiern durfte, so weichen sowohl die Baukosten für die Elbphilharmonie als auch der Zeitplan stark von der ursprünglichen Planung ab. So muss die Stadt Hamburg statt ursprünglich geplanter 77 Millionen Euro mittlerweile 323 Millionen Euro überweisen. Anfang April hatte der Senat der Hansestadt eine Klage gegen den Baukonzern Hochtief eingereicht.

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