Baukonzern im Verzug
Hamburger Elbphilharmonie: Vertragsstrafen für Hochtief?
Hamburg, 29.07.2010. Weil der Bauherr für die Hamburger Elbphilharmonie Hochtief den Zeitplan für den Rohbau nicht eingehalten hat, droht die städtische Realisierungsgesellschaft (ReGe) dem Baukonzern nun mit Vertragsstrafen. Für die bisherigen Verzögerungen könnten diese mit 200.000 Euro pro Tag eine Höhe von bis zu 22 Millionen Euro erreichen. Gegenüber den Medien äußerte der Geschäftsführer der ReGe Heribert Leutner, Hochtief habe sich bereits im Mai dieses Jahres 112 Tage im Rückstand befunden. Zugleich meinte Leutner jedoch, die derzeitige Situation sei mit der im Herbst 2008 nicht zu vergleichen, weil zahlreiche Kosten- und Terminangaben in Bezug auf Projektänderungsmeldungen von Hochtief nicht begründet worden seien und daher abgelehnt würden.
Erst in dieser Woche war der von der Hamburger Bürgerschaft eingesetzte parlamentarische Untersuchungsausschuss zur Elbphilharmonie zu dem Ergebnis gelangt, dass die Stadt Hamburg in der Vergangenheit mehrfach Warnungen vor millionenschweren finanziellen Risiken ignoriert hatte (klassik.com berichtete). So habe die Arbeitsgemeinschaft Generalplaner Elbphilharmonie bereits im Jahr 2008 die ReGe vor einer voreiligen Unterschrift bei einer Vereinbarung mit dem Bauunternehmen Hochtief gewarnt.
Auch wenn die Elbphilharmonie mittlerweile ihr Richtfest feiern durfte, so weichen sowohl die Baukosten für die Elbphilharmonie als auch der Zeitplan stark von der ursprünglichen Planung ab. So muss die Stadt Hamburg statt ursprünglich geplanter 77 Millionen Euro mittlerweile 323 Millionen Euro überweisen. Die Eröffnung des Prestigeprojektes strebt man derzeit für das Jahr 2013 an.

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